Tag Archives: Lieferantenentwicklungsprogramm

27.02.2015

Lieferantenentwicklung

Die Materialeinsatzquote in einem Unternehmen ist abhängig von der Branche. Sie liegt nach gängigen Erfahrungen zwischen 40% und 60% des Umsatzes. Beanstandungen am Zukaufmaterial kosten Geld und Aufwand. Gründe hierfür sind oft, unzureichend kommunizierte Qualitätsanforderungen, Überschätzung des Lieferanten bzgl. seiner eigenen Qualifizierung, nicht aufeinander abgestimmte Prozesse im eigenen Haus oder beim Lieferanten, die in Wechselwirkung mit anderen kundenspezifischen Prozessen stehen. Warum kümmern sich viele Unternehmer so gar nicht darum die Lieferantenqualifizierung und damit um die Verbesserung des Beschaffungsprozesses und seiner Ergebnisse, sei es bei Neulieferanten oder bei Bestandslieferanten?

In der Automobilzuliefererindustrie wird das Prozessaudit (VDA 6.3) und im Neukundenfall die

Lieferantenmanagement

Lieferantenmanagement

Potenzialanalyse (ebenfalls VDA 6.3), nach festgelegten Kriterien durchgeführt, um eben solche Prozessschwachpunkte herauszufinden und zu beseitigen.

Lieferantenentwicklung bedeutet genau dieser systematische Ansatz, der alle Prozessschritte des Lieferanten bewertet, die mit der Herstellbarkeit, der Vertragsprüfung, der Auftragsannahme, der Arbeitsvorbereitung der Fertigung und der Qualitätssicherung selbst zusammenhängen. Man braucht nur Kriterien anhand derer entschieden wird, bei welchem Kunden eine Lieferantenqualifizierung anzusetzen ist. Das findet in der Lieferantenbewertung z. B. an allen Lieferungen anhand von Pünktlichkeit, Qualität, Flexibilität etc. statt.

Ich habe Projekte durchgeführte in denen wirklich hohe Prozentsätze der Materialeinsatzquote gespart werden konnte, weil man bei wichtigen Lieferanten eben ein solches Projekt gestartet hat. Lieferantenqualifizierung_367_330Wichtig ist dabei die Diagnosephase in der die kundenspezifischen Prozesse des Lieferanten zu bewerten sind. Danach startet ein Verbesserungsprozess in dem in regelmäßigen Abständen Review-Meetings den Projektfortschritt bewerten. Ein erneutes Prozessaudit nach VDA 6.3 am Ende des Verbesserungsprozesses evaluiert den Projekterfolg. Lesen Sie hierzu auch den verlinkten Projektbericht.

 

Bewerten Sie doch einmal alle qualitätsrelevanten Anlieferungen Ihre Lieferanten anhand festgelegter Kriterien und überlegen Sie sich, ob Sie bei den wichtigsten Materialzulieferern Verbesserungspotenzial sehen bzw. wünschen würden. Wenn ja, vereinbaren Sie doch einfach mit mir, bei diesem Lieferanten ein Prozessaudit durchzuführen .Danach werden die Verbesserungspotenziale auf dem Tisch liegen und Sie können diese im gemeinsamen Projekt mit Ihrem Lieferanten heben. Das Projektergebnis ist meist eine Win-win-Situation für beide Seiten.

Wenn sie hierbei einen Erfolg sehen, werden Sie sicherlich auch eine regelmäßige Lieferantenbewertung in Ihren Prozess Lieferantenmanagement einführen, oder?



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03.02.2014

Der Einkaufsprozess dient nicht allein der Materialbeschaffung, er sichert die Qualität

Der Einkaufprozess als Garant für eine gute Lieferantenleistung

Ich erinnere mich noch gut an die Zeit, als ich als junger Betriebsleiter für einen Fertigungsbetrieb zuständig war. Der „erfahrene“  Einkaufchef, seit Jahren Prokurist des Unternehmens, hatte mal wieder eine Sonderposten Bandstahl erstanden. Bei aller Mühe, die sich die Fertigung gab, der Fertigungsausschuss stieg von 3 auf 13%. Wir rauften uns die Haare, er sonnte sich im „scheinbaren Erfolg“, dem Unternehmen hat es nichts gebracht.

So soll es heute nicht mehr sein. Im Sinne der Prozessorientierung sind die Ansprüche von Fertigung, AV, QS aber auch GF an den Einkauf klar definiert,   und  Sonderaktionen werden kommuniziert. Doch betrachten wir den Einkaufprozess von vorne als einen Prozess in der Prozesslandschaft.

Der Einkauf ist die Schnittstelle der internen Unternehmensprozesse zu den Lieferanten, er übermittelt den Lieferanten die Anforderungen des Betriebes. Dazu gehören neben der klassischen Mengendisposition, der Lieferterminvereinbarung sowie der Bestandoptimierung

  • eindeutige Artikelbeschreibungen ggf. mit ausgearbeiteten Spezifikationen für die Materialqualität      und
  • Verpackungsvorgaben

Es ist aber auch Einkaufsaufgabe, die richtigen Lieferanten zu finden und deren Verbesserung zu managen, im Sinne des kontinuierlichen Verbesserungsprozesse, der sich auch auf die Lieferanten richten sollte.

Dazu ist es hilfreich

  • Kennzahlen zur Lieferantenleistung festzulegen, wie   zumindest Lieferpünktlichkeit, Flexibilität, Qualitätserfüllung oder weitere, die der Lieferantenbewertung dienen,
  • und im Fall der Unzufriedenheit Zielvorgaben für Verbesserungen abzuleiten.
Arbeitsansatz und Kundennutzen bei der Lieferantenqualifizierung

Arbeitsansatz und Kundennutzen bei der Lieferantenqualifizierung

Gibt es Gründe zur Unzufriedenheit sollten diese unbedingt kommuniziert und vom Lieferanten Verbesserungsmaßnahmen abverlangt werden, deren Umsetzung zu verfolgen sind, so wie es auch bei den eigenen Verbesserungsmaßnahmen sein soll. Hier ist dann besonders der betriebsinterne Kommunikationsfluss von der Produktion oder der Qualitätsstelle zum Einkauf zu beachten und zu organisieren.

Bei aller Nutzenoptimierung sollte aber nicht vergessen werden, dass ein guter Lieferant  gepflegt werden muss, mit dem Ziel, dass beide Parteien ihren Nutzen aus der Beziehung ziehen können. Darum macht es auch Sinn, mit interessanten Lieferanten ein Lieferantenentwicklungsprogramm durchzuführen, um dessen Prozesse zum Nutzen beider Seiten zu optimieren. Ein zufriedener Lieferant ist auch eher bereit sein eigenes  Know How in die  Beziehung einzubringen, der Nutzen steigt also.

Lieferantenmanagement

Lieferantenmanagement

Der Einkaufprozess umfasst also deutlich mehr als den Schnäppchenkauf, er hat viele Prozesspartner, mit denen die Zusammenarbeit zu optimieren ist.

 



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